Der Opel-Abgasskandal

Welcher deutsche, europäische oder weltweite Hersteller hat eigentlich nicht geschummelt oder versucht, die Prüfbehörden auszutricksen? Vorläufig hat der Abgasskandal auch Opel erreicht: 

Schon 2018 verkündete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), dass belastbare Hinweise gefunden wurden, die beweisen, dass sich Opel ebenfalls der Abgas-Manipulation an seinen Diesel-Fahrzeugen schuldig gemacht hat.

 

Manipulationen bei Opel

Auch Opel entschied sich dazu, die Manipulationen mit einem Software-Update entfernen zu lassen. Hierfür müssen alle betroffenen Fahrzeugbesitzer mit ihrem Opel innerhalb einer vorgegebenen Frist eine Werkstatt aufsuchen, damit die neue Software aufgespielt werden kann. Dies ist bereits bei vielen manipulierten Opel-Fahrzeugen geschehen, da der Autobauer im Rahmen einer (zuerst) freiwilligen Aktion bereits diverse Modelle zurückgerufen hat. Vor kurzem hat das Oberverwaltungsgericht den verpflichtenden Rückruf aber bestätigt und ausgesprochen, dass die Sorge um einen drohenden Reputationsschaden gegenüber dem öffentlichen Interesse am Schutz von Gesundheit und Umwelt zurückzutreten habe.

Das Update hat – angeblich – zur Folge, dass die illegale Software-Komponente verschwindet und das Fahrzeug dauerhaft im "sauberen" Modus fährt. Jedoch beklagen sich vermehrt Kunden, die dem Aufruf zum Rückruf bereits nachgekommen sind, über einen höheren AdBlue-Verbrauch und den erhöhten Verschleiß bestimmter Motorkomponenten.

 

Diese Diesel-Rückrufe laufen aktuell bei Opel:

Rückrufaktion 17-R-021
Der Rückruf mit dem Code 17-R-021 trifft Opel im Dieselskandal am härtesten, denn rund 96.000 Fahrzeuge müssen weltweit überholt werden. Betroffen sind die Modelle Cascada, Insignia und Zafira. Diese Rückrufaktion wird jedoch nicht vom KBA überwacht – es liegt also in der Hand von Opel, die Nachbesserungen an den Fahrzeugen verantwortungsvoll durchzuführen.

Modell   Baujahre
Cascada 2,0   2012 bis 2016
Insignia   2014 bis 2016
Zafira 1,6 und 2,0   2012 bis 2016

Rückrufaktion 17-R-002
Neben den drei beliebten Opel-Modellen ist bei diesem Pflichtrückruf auch ein Fahrzeugtyp aus der Nutzfahrzeugsparte des Unternehmens betroffen. Der Opel Movano steht im Fokus des Pflichtrückrufs "17-R-002" des KBA, denn auch hier übersteigen die Stickoxidwerte im Gebrauch auf der Straße die gesetzlich erlaubten Grenzwerte deutlich. Betroffen sind nur Fahrzeuge des Baujahres 2016.

 

Auch Opel-Benziner von zu hohen Abgas-Werten betroffen

Rückrufaktion 19-N-036
Doch nicht nur bei Opel-Modellen mit Dieselantrieb kam es zu Rückrufen – auch Benziner müssen wegen erhöhten Stickoxidwerten in die Werkstatt. Hierbei sind zwei Kleinmodelle mit 1,2 und 1,4 Liter-Ottomotor betroffen. Von den Fahrzeugen Opel Adam und Corsa müssen ganze 200.000 Autos weltweit zurückgerufen werden. Ausschließlich sehr neue Fahrzeuge der Baujahre 2018 und 2019 sind von diesem Rückruf betroffen. Ebenso trifft es Autokäufer, die sich extra ein Fahrzeug mit der neuesten Abgasnorm Euro 6d temp angeschafft haben, weil sie irrtümlich dachten, dass diese Norm nicht von Manipulationen betroffen sei.

 

Das können Sie tun, wenn Sie von einem Opel-Rückruf betroffen sind

Falls Sie gegen Opel wegen der Abgasmanipulationen vorgehen möchten, dann stehen Ihnen als betroffener Kunde verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Welche Option für Ihre Umstände passend ist, hängt davon ab, ob Sie Ihr Auto zurückgeben oder lieber behalten möchten. Wir helfen Ihnen dabei, die für Sie ideale Vorgehensweise zu finden.

Schadensersatz fordern

Falls Sie nicht vorhaben, Ihr Fahrzeug an den Verkäufer zurückzugeben, dann könnte es für Sie sinnvoll sein, Schadensersatz vom Hersteller (vor einem Gericht in Österreich) zu fordern. Da Sie beim Kauf Ihres Fahrzeugs von Opel vorsätzlich getäuscht und sittenwidrig betrogen wurden, haben Sie ausreichend Gründe, um von Opel eine Entschädigung zu fordern.

Kaufpreis zurückverlangen

Ebenso besteht für Sie die Möglichkeit, Ihren Opel zurückzugeben und sich den Kaufpreis erstatten zu lassen. Alternativ können Sie auch ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug fordern.